Stand: 05.06.2006

Bauteile

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Brühgruppe

 

 

bruegruppeDie häufigsten Fehler der Maschinen werden durch die Brühgruppe verursacht. Die Dichtringe der beiden in der Brühgruppe laufenden Kolben haben eine begrenzte Lebensdauer und reissen oder weiten sich mit der Zeit. Sind die Trestertabletten im Behälter matschig oder geht zu viel Wasser in den Tresterbehälter oder in die Auffangschale, ist es meist soweit: Die Ringe müssen getauscht werden.

Dazu ist es zunächst hilfreich, die Funktion der Brühgruppe zu kennen, die in einem Dokument darüber beschrieben ist. Auf dieser Seite findest Du auch die Anleitungen (bzw. Links darauf), um die Maschine zu zerlegen. Die Ringe sind billig und Bezugsquellen findest Du oben. Die folgenden Maschinen haben alle die gleiche Brühgruppe eingebaut bzw. passen die gleichen Ringe darauf:

JURA

Impressa E- Serie: E5, E10, E25, E40, E45, E50, E55, E60, E65, E70, E75, E80, E85
Impressa S- Serie: S50, S55, S60, S70, S75, S85, S90, S95, S9
Impressa X- Serie: X7, X30, X70, X90, X95
Impressa Ultra, Scala, Scala Vario, Cappuccinatore, Evolution, 300, 3000, 500, 5000, 2000, 201, 401, 601, 4000, M30
Impressa F5, F50, F70, F9, F90
Impressa 2000 “Fust” (Aussehen wie ältere AEG cafamosa- Maschinen)

KRUPS

Orchestro, Siciliana (alle Typen)

AEG

Cafamosa CF 80, CF81, CF 90, CF 91, CF95, CF100, CF120, CF150, CF200, CF300, CF400, CF500

Für alle Siemens- und Bosch- Geräte mit “aroma whirl”- Brühgruppe sollen die normalen Rundringe ebenfalls passen. Aber die Brühgruppe ist etwas anders als diejenige der Typen in der obigen Tabelle gebaut. Eine Garantie für das Passen kann also nicht gegeben werden. Der obere Ring passt auf jeden Fall; beim unteren bin ich mir nicht sicher.

Die ab Ende 2004 als AEG-cafamosa Maschinen "cf 220" und "cf 250" verkaufte Geräte sind nicht mehr von Eugster hergestellt und können mit den Anleitungen auf dieser Seite nicht repariert werden. Man hat sich also bei AEG wohl für eine partielle Zusammenarbeit mit einem neuen OEM- Lieferanten entschieden. Die in der obigen Liste angeführten Eugster - Geräte sind aber z.T. auch noch im Programm. Mal sehen, wohin bei AEG die Reise endgültig geht.

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Leistungsprint

 

 

leistungsprint02Der Leistungsprint ist eine Elektronikplatine und das Steuerteil, von dessen Elektronik der Brühgruppenmotor, das Mahlwerk und einige andere Sachen ihren “Saft” beziehen. Er liegt bei der E- Serie hinter dem rechten Gehäusedeckel, bei der S- Serie und der Impressa 500 von hinten gesehen rechts unten. Einen Schaltplan für den Leistungsprint der S- Serie haben wir bislang noch nicht, für die E- Serie und die Impressa 500 ist er oben unter “Eigene Doks” zu finden.

Die schwarzen Dinger mit 3 Beinchen sind sog. Triacs, die Funktionen der Maschine über die von der Logikeinheit (Logikprint) kommenden Signale schalten. Die Zuleitungen vom Logikprint sind die vielen dünnen und bunten Kabel, die mit einem breiteren Stecker auf den Leistungsprint geführt werden.

Der Triac ist (stark vereinfacht) ein Schalter. Wenn Du Dir mal das Datenblatt zu dem vom Hersteller ST verwendeten 435-600 anschaust (http://www.ortodoxism.ro/datasheets/stmicroelectronics/7699.pdf) dann siehst Du, dass der Triac A1 und A2 durchschaltet, wenn am Gate (der steuernden Zuleitung zum Triac, rechtes Beinchen) ein Strom von 35 mA fliessen. Du musst nicht unbedingt den 435-600 (4 A) verwenden, sondern Du könntest auch einen mit einem höheren Strom nehmen z.B. 10 oder 16 A je nachdem, was Du halt kriegen kannst. Wichtig ist, das er bei 35 mA schaltet und dass die Spannung stimmt (in dem Fall: 600 Volt Durchschlagsspannung). Der Triac wird über den Treiber MOC3062 angesteuert (den ich der Einfachheit halber als Optokoppler bezeichne, er ist aber ein bisschen mehr. Vom Prinzip ist das selber ein Triac; siehe http://www.fairchildsemi.com/ds/MO/MOC3062-M.pdf) . Der hat einen Eingang, der so weit ich das sehe mit den 5V= angesteuert wird und einen Ausgang, der die Netzspannung über einen (eigentlich meiner Meinung nach zu kleinen) Widerstand an das Gate des Triacs bringt. Der Optokoppler erwartet einen Spannungspegel von 5V=, andere Kleinspannungen kann ich in der Maschine keine finden. Das würde auch zu den anderen TTL / CMOS Bausteinen passen.

Die 5- Volt- Spannung auf dem Leistungs- und Logikprint wird vom IC1 (7805 Spannungsregler) auf dem Leistungsprint geliefert.

Um die Funktion eines Triacs zu testen, kann man A1 und A2 verbinden und sehen, ob die Funktion bzw. der Motor anspringt. Man kann aber auch einfach die Ausgänge des Optokopplers verbinden, dann kann man die Schaltfunktion des Triacs mit testen. Aber Vorsicht, auf dem Leistungsprint liegt Netzspannung an!
(Danke an Meiko Mueller, der das mal detailliert hat)

Der Brühgruppenmotor der E-Serie wird über wechselseitiges Ansprechen der Relais 1 und 2 gesteuert. Je nach Ansteuerung der beiden Relais läuft der Motor links oder rechts herum. Bei der älteren Impressa 500 ist ein Umpolrelais zur Motorsteuerung des Brühgruppenmotors eingebaut. Gesteuert werden die Relais und damit der Rechts- und Linkslauf über Signale vom Mikroprozessor auf dem Logikprint. Die Wegsteuerung des Brühgruppenmotors wird durch Auszählen der Signale vom Encoder durch die Logik (Mikroprozessor) bewirkt.  Es wurde schon mal vermutet, dass eventuell noch zusätzlich über die Stromaufnahme des Brühgruppenmotors gesteuert werde. Das ist aber wohl nicht so, denn der MOC3062, der zwischen Logik- und Leistungsprint liegt, kann seine Steuerspannung nach meinem Kenntnisstand nicht verändern oder zum Logikprint zurückmelden. Also verlässt man sich wohl nur darauf, dass die Signale vom Encoder richtig gezählt werden.

Achtung: Die Leistungsprints für die Maschinentypen (E / S / ältere Impressa- Modelle) unterscheiden sich!

F- Serie Leistungsprint:
Bei den Triacs handelt es sich um T435-800T (nicht um T435-600T wie in der Bestueckungsliste fuer die E50). Bei den Optokopplern handelt es sich um MOC3063 (nicht um MOC3062 wie in der Bestueckungsliste fuer die E50). Tip: Wenn jemand einen defekten Optokoppler tauschen muss, dann  tauscht gleich beide aus. Der andere geht auch irgendwann
 kaputt (Quelle: Jogi; my-jura.de). Die Bauteile MOC3062 und MOC3063 sind fast identisch, jedoch benötigt der MOC3062 aber 10 statt 5mA Ansteuerstrom und die 10 mA sind wohl auch der Grenzstrom des ansteuernen Microcontrollers. (Quelle:Bertram Geiger, Graz im my-jura.de-Forum).

Ersatztype für den STM T435-800T Triac: BTA08 600 CW sollte da auch passen (8A statt 4A), snubberless, ebenfalls von STM. Gibt es bei Reichelt für ca. 1 EUR.

Kabel und Pinbelegungen auf dem Leistungsprint fuer die F90:
 
 TM1 - dunkelbraun (glaenzend) - Netzfilter
 TM2 - dunkelblau (glaenzend) - Netzfilter
 TM3 - grau (matt) - gemeinsam 230V~
 TM4 - hellbraun (matt) - Trafo
 TM5 - mittelblau (glaenzend) - Trafo
 TM6 - hellblau (matt) - Heizpatrone
 
 CM1 - rot, gruen - BG-Motor
 CM2 - weiss, weiss, rot, rot - Trafo
 
 CM7-1 - hellgrau - Pumpe
 CM7-2 - braun - ???
 CM7-3 - weiss - Magnetventil
 CM7-4 - schwarz - Mahlwerk
 CM7-5 - klar - Mahlwerk
 
 Danke, Jogi für Deinen Beitrag
 

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Unerklärliche Probleme ?

Ein ganz neuen Aspekt hat Beate im Forum my-jura.de in dei Diskussion um scheinbar irreparable, nicht nachvollziehbare und unerklärliche Elektronikproblem gebracht. Man liest dort: "Ich hatte meine Jura S9 die letzten 4 Wochen 3x zur Reparatur.  Sie hat einfach Dampf gemacht, ohne nur in der Nähe gewesen zu sein, oder Dampf gemacht wenn ich Espresso gedrückt habe und auch nachts mal im ausgeschalteten Modus die Tassenbeleuchtung angemacht usw. Beim Service konnte man mir aber nicht helfen, funktioniert einwandfrei. Und das ganze 3x.... Die Jura meiner Schwiegereltern machte Kaffee wann sie wollte. Die Lösung bzw. das Problem: WLAN / Wireless LAN.  Kaum zu glauben aber wahr, wir haben mal WLAN am Computer abgeschaltet und siehe da, keine Probleme mehr !!!  Dies als kleinen Tip für Euch - falls Ihr auch denkt bei Euch spukts ;-)"

Danke, Beate, für diesen Tipp. Weiter darüber nachgedacht halte ich Maschinenirritationen durch Störeinstrahlung von GSM- Handys und DECT- Telefonen durch aus auch für möglich. Vielleicht auch mal daran denken, wenn die Maschine "spinnt".

Trafo

Die E- Serie hat nur einen Netztrafo.  Die S- Serie hat 2 Trafos. Einer sitzt hinter der Pumpe, der andere auf der Rückseite des Leistungsprints. Der kleiner (auf dem Leistungsprint) liefert die Grundspannung für die 5V, die der Logikprint als Speisung benötigt.

E- Serie:
Trafo primär 230V~, sekundär 13,7V~ und 16,5V~

S- Serie, Impressa 500 und ähnliche
“grosser” Trafo: primär 230V~/0,13A sekundär 15V~/1,1- 1,6A (hinter Pumpe)
erhältlich z.B. von Conrad Nr. 506680 oder Trafo 15 /1,5A Best. Nr. 514276

“kleiner” Trafo S- Serie: primär 230V ~, sekundär ca. 7,5 V (hinter Leistungsprint). Für den Kauf gibt es keine Empfehlung, da die Befestigung ganz genau passen muss. Der Trafo ist nämlich direkt am Leistungsprint mittels Kunststoffschrauben angeschraubt.

Die bei Conrad erhältlichen Trafos haben zwar die gleichen Leistungsdaten wie das Original, jedoch keine Kurzschlussfestigkeit und keine Thermosicherung wie das Original. Das heisst: Funktionieren tut’s, genauso sicher wie das Original ist es nicht. Dafür sind pro Trafo schnell 20 Euro zu sparen. Entscheide selbst!

Schaltpläne zu Leistungsprints gibt es unter -> Dokumente auf anderer Seite dieser Site

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Logikprint

 

logikprintDie Logikprints der Juras liegen hinter der Frontblende. Bei der S-Serie / I500 muss die Front aufgeklappt werden und zur Demontage auch die Scharnierstifte raus. Dann kann die Box der Logikeinheit abgeschraubt werden.

Bei der E- Serie muss die komplette Vorderfront abgebaut werden. Das ist etwas tricky, denn zunächst muss der Auslauf abgebaut werden (was nicht einfach ist; siehe “Montagetipps”). Die Front ist mit 4 Schrauben festgemacht. Zwei hinter dem Auslauf oben und zwei sichtbare rechts und links unten an der Front. Nach Abnahme der Front ist die Logikbox erreichbar und muss dann noch abgeschraubt und geöffnet werden. Das alles ist etwas Fummelei, denn die Kabel an der Box sind kurz.

Autorisierte Servicebetriebe können die Logikeinheit (die Steuerung) über eine Schnittstelle abfragen, um daraus Infos abzurufen. Bei den Maschinen mit Display sind Infos wie die Maschineneinstellung oder die Anzahl der Bezüge seit Auslieferung auch im Display darstellbar. Bei den älteren E50 / E55er- Maschinen und den alten cafamosas kommt man aber als Selbstschrauber nicht an die Infos aus der Logikeinheit heran und deshalb kann bei den einfacheren Maschinen die Anzahl der Bezüge auch nicht abgefragt werden.
Über die Schnittstelle kann der Service auch Softwareupdates aufspielen.(Wirklich???) Bei den alten Ultra- und Impressa- Modellen gab es noch einen Zwangsservice nach jeweils 5000 Bezügen, der zwischenzeitlich aufgehoben wurde. Wer so etwas noch drin hat, kann ein “Softwareupdate” vom Servicebetrieb aufspielen lassen, die diese Beschränkung aufhebt.

Die Schnittstelle ist bei den Maschinen nach Abnahme des oberen Deckels vorn links an den E- Serie- Maschinen zugänglich (Stecker mit 4 Zuleitungen). Nur weiss offenbar kein Selbstschrauber, wie man darüber kommuniziert und so den Maschinen ihre verborgenen Details entlockt. Schade eigentlich. Wäre eine echte Herausforderung für einen Elektronik- oder Computerfreak. Die Comms Parameter für die Serviceschnittstelle hat Ralf Bolleininger gefunden: 2400, 8 N 1 (2400 Baud, 8 Datenbits, no parity, 1 Stoppbit).

Die erste Anleitung, um den Logikprints einige Geheimnisse zu entlocken. Die Anleitung “Der Logik auf der Spur” gibt Tipps, wie man den EEPROM- Speicher der Geräte ausliest und schildert Einzelheiten zur Serviceschnittstelle. Lesenswert für Bastler und solche, die tiefer in die Maschinen einsteigen wollen. Praktischer Närhwert: Bislang leider "NULL".

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Kontaktprobleme in der Logikeinheit beheben

Kontaktprobleme an den Steckern des Logikprints sind gar nicht so selten und führen z.T. zu völlig erratischen Fehlerbildern. Dazu schrieb  “Juristenbastler” Ralf im Forum my-jura.de eine kurze Anleitung, um die Logikeinheit zu demontieren und die Kontaktsicherheit wieder herzustellen: " Die Steuerelektronik ("Logikprint") ist mit ein paar kleinen Schrauben auf der linken Seite befestigt - lösen. Jetzt hast du eine Black- Box in der Hand. Diese besteht aus einem Vor- und einem Rückteil, diese sind nur mit mehreren Plastiknasen zusammengehalten die man leicht öffnen kann. Im Inneren der Box findest du die Platine, dort stecken insgesamt 5 Stecker drauf. (letzteres bezieht sich auf die Impressa 500)
Ich würde alle mehrmals ab- und wieder aufstecken, damit sie sicheren Kontakt haben. Besonders den von oben gesehen 5ten (der 4te ist normalerweise nicht angeschlossen) würde ich mir genau betrachten, da dieser zur Stromversorgung ("Leistungsprint") führt. Wenn du dann noch immer nicht aufgeben willst, würde ich die untere, silberne Schraube auf der Platine lösen, dann kannst du die Platine aus der schwarzen Box und damit genauer unter die Lupe nehmen. Wenn das alles nicht fruchtet, kannst du dir auch noch mal den Anschluss der Logikeinheit auf dem sogenannten "Leistungsprint" - der Stromversorgung der Maschine ansehen. "

Die Kontaktreinigung kann man auch mit einem Glasfaserstift vornehmen.

Auch “Kontaktspray” hilft, wenn dieses rückstandslos verdampft. Keine Kontaktsprays auf Ölbasis  (wie DW40, “MoS” oder “Caramba”) verwenden - die hinterlassen Rückstände, die wiederum zu Leiterbahnschlüssen oder Kriechströmen führen können. “Kontakt 60”  (Kontakt-Chemie; erhältlich in fast allen Elektronik-Läden, sowie bei Reichelt und Conrad) wird meist von Elektronik- Profis  verwendet und ist bei “Kontaktarmut” gut geeignet.

Achtung: Die Logikeinheiten für die Maschinen unterscheiden sich deutlich voneinander!

Der Tausch einer defekten Logikeinheit gegen eune ganz neue ist für einen Laien nicht machbar, da die neue Logik mit den alten Daten initialisiert werden muss. Anders als beim Leistungsprint (alter raus - neuer rein - geht wieder) wird beim Wechsel eines Logikprints über die Schnittstelle der alte ausgelesen und der neue dann mit den Maschinen- und Bezugsdaten beschrieben und wieder eingebaut. Da das ganze über die Schnittstelle läuft und keiner weiss, wie die Software dafür funzt, ist das also was für einen autorisierten Servicebetrieb.

Machbar ist es aber, einen gebrauchten, jedoch funktionierenden Logikprint in eine genau baugleiche Maschine einzusetzen. Der Logikprint verliert beim Umbau keine Information. Lediglich die Maschinendaten (soweit ich weiss werden Baujahr, die letzten Reparaturen und die Bezugszähler alle gespeichert) werden dann von der anderen Maschine übernommen. Die Zählerstände und das Maschinenalter passt dann also nicht mehr zur "Karosse". Viele nicht autorisierte Reparaturbetriebe ohne eigenen Schnittstellen- Computer machen das genau so wie gerade beschrieben, wenn eine Logik defekt ist. Bitte nur gleiche Logikprints so wie beschrieben tauschen. Ein E50- Print geht zwar in eine E55 (hat ja nur eine andere Farbe), nicht jedoch in eine MAschine der S- Serie (Ansteuerung des Dampfkreislaufs und des Dampfsperrventils werden nicht unterstützt). Also genau aufpassen wenn man sich auf das (zugegeben dünne) Eis eines Logiprint- Tausches begibt.

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Mahlwerk

 

 

mahlwerkWenn das Mahlwerk älter wird, wird aus dem Kaffee meist dünne Plürre. Schuld sind die Mahlsteine, die abgenutzt oder verschmutzt sind. Wenn sich in den Kegelmahlwerks- Steinen (die übrigens aus Stahl und nicht aus Stein sind) Ablagerungen eingesetzt haben oder die scharfen Kanten der Mahlriffelung stumpf geworden sind, dann stimmt der Anteil von feinem zum gröberen Pulver im Mahlgut nicht mehr. Wird der Anteil von feinem Mahlgutanteil zu hoch, verstopft dauernd das Brühsieb und der Kaffee fliesst nicht mehr richtig aus der Maschine. Wird der Anteil von gröberem Pulver zu hoch, so schmeckt der Kaffee nicht mehr, da er zu schwächlich wird. Die ausgewogene Mischung (die Korngrößenverteilung) des Mahlgutes macht also  auch die Qualität des Kaffees aus. Im Werk wird der Einstellung der Mahlwerke deshalb auch besondere Bedeutung beigemessen und jedes Mahlwerk hat dort nach seiner Justierung einen Mahltest zu bestehen.

Die Mahlsteine stumpfen durch im Kaffee enthaltene Verschmutzungen (SAnd, kleine Steine) mehr ab als durch die Kaffeebohnen selbst. Größere Steine im Kaffee können zur Totalblockade des MAhlwerkes führen, was nicht selten auch das finale Ableben des MAhlwerkes bedeutet.

Öliger Kaffee setzt die Mahlsteine auch recht schnell zu. Die Ölablagerungen und dadurch festgeklebtes Kaffeemehl in den Mahlsteinriefen lassen sich oft durch kräftiges Ausblasen des Mahlwerkes mit Pressluft ganz oder teilweise wieder beheben. Ich hatte schon Maschinen in der Mache, die ganz verölte Steine zeigten und bei denen das gut geholfen hat. Danach gleich die Kaffeesorte wechseln. Mehr als an den Steinen sieht man den Ölgehalt des Kaffees meist am Bohnenbehälter. Ist der Kaffee sehr ölig, macht der Bohnenbehälter einen ganz verschmierten Eindruck.

Nach 12.000 - 16.000 (die absolute Zahl ist diskutabel) Bezügen lässt das Mahlwerk irgendwann nach und sollte getauscht werden. Natürlich kann man auch nur die Verschleißteile tauschen - die Mahlsteine. Auch die gibt es bei einigen Ersatzteilhändlern einzeln. Damit muss das Mahlwerk aber noch eingestellt werden. Das ist zwar mit “Trial und Error” irgendwann auch möglich, aber sicherere Ergebnisse bringt nach meiner diesbezüglichen Erfahrung ein kompletter Mahlwerkswechsel.
Wird das Mahlwerk selbst eingestellt, muss darauf geachtet werden, dass sich die Mahlsteine auf keinen Fall berühren. Sonst ist gleich wieder Schluss, da sich die gehärteten Mahlsteine dann gegenseitig die Zähne ausschlagen. Also Vorsicht beim Verdrehen der Justierung am Mahlwerk. Nach Einsetzen neuer Steine erst mal vorsichtig mit der Hand drehen.

Zur Technik des Mahlwerkes:

Dazu eine Äusserung im Forum eines Herrn, der beim Hersteller des Mahlwerks arbeitet (der sollte es ja wissen):
“ Das Mahlwerk besteht aus zwei Teilen ! Mahlring und Mahlkegel. Die Mahleinheit besteht aus dem Motor, dem Getriebe , dem Mahlwerk, Ringhalter, Kupplung und Gehäuse. Ein Mahlwerk selbst verträgt locker 20000 Bezüge ! Dabei ist zu beachten dass der Mahlgrad (Einstellknopf am Kaffee- Behälter) nachjustiert werden muss da das Pulver mit der Zeit gröber wird - dadurch steigt auch die Kaffeemenge. ( je feiner das Pulver, je weniger )
Falls ein Stein ins MW kommt sollte die Kupplung funktionieren. Die Kupplung besteht aus 3 Kugeln und 3 Federn. Die Kugeln übertragen das Drehmoment auf den Kegeln. Ist der Widerstand zu gross können die Kugel (sitzen ja auf Federn) nach unten wegrücken und der Kegel bleibt stehen.
Es kommt jedoch vor dass ein Stein das Mahlwerk nicht verklemmt sondern Stein im MW mit dreht. So entsteht innerhalb kurzer Zeit eine extreme Abnutzung. Auch kann es sein dass das Getriebe (Plastik- Zahnrädchen) in Mitleidenschaft gezogen wird.
Eine komplette Mahleinheit kostet NEU ca. 50 Euro und ist vom Werk eingestellt. Da das Mahlwerk sehr kompliziert arbeitet ist es unbedingt erforderlich die richtige Einstellung zu haben. Dies soll heissen: Es werden sog. revidierte MW im Netz angeboten: Müll ! Es gibt keine von Jura oder vom Hersteller revidierte Mahlwerke oder Mahleinheiten.
Jedes Mahlwerk wird speziell eingestellt ! Das heisst man wird kaum ein vernünftigen Kaffe erhalten (vielleicht gibt es ja Zufälle) wenn man einfach ein paar Komponenten austauscht. Die Teile werden aufeinander abgestimmt und müssen dann innerhalb 10 Sekunden ein definiertes Mahlgut bei definierten Gewicht hergeben.
Bei einer Saeco ist das Gewicht egal, da die Pulvermenge gewogen wird und dann das Mahlwerk abstellt. Bei Jura usw. erfolgt die Füllmengenbestimmung des Kaffees (Gewicht) über die Zeitsteuerung des Mahlwerks. ”

Z5: Das Mahlwerk unterscheidet sich technisch von dem der anderen Eugster / Jura- Geräte und ist ganz deutlich leiser. Es hat die Bestellnummer 64877 und kostet ca. 75-80 EUR zzgl. Mwst. Und jetzt das beste: Das Z5- Mahlwerk passt auch in die anderen Jura- Geräte der E-, F- und S- Serie hinein. Durch das Z5- Mahlwerk werden diese Maschinen ganz deutlich leiser.

Gute Hilfe gibt es auch hier, da die Mahlwerke der Saeco und der Jura fast identisch sind. Aber bitte mitdenken! Fast identisch! http://home.t-online.de/home/prozessor/KaffeeFAQ/Fehler.htm#Mahlwerk

Und noch mal Saeco Mahlwerk. Sergios Seiten dazu stehen unter: http://home.shinternet.ch/schreiber/digiPlusHowto/index.html

Nochmals zum Mitschreiben: Mitdenken! Die letzten 2 Links beziehen sich auf SAECO, nicht auf Jura- Mahlwerke. Aber vieles wird einem bekannt vorkommen. Die Mühlen wurden früher von Eugster und SAECO beim gleichen Hersteller bezogen. Nur einige Anbauteile sind anders. Zwischenzeitlich fertigt Eugster aber die Mahlwerke wohl selbst.

Schön wär’s, wenn wir ähnliche Anleitungen wie für die SAECO- MAschinen auch für unsere Juras frei verfügbar hätten. Käuflich zu erwerben ist eine Anleitung bei www.coffeemakers.de.

Florian Kaiser bietet auch Mahlwerksinfos und Einstelltipps für die E- und S- Serie Mahlwerke an. Erhältlich unter http://www.floriankaiser.de/espresso/

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Umbau auf  AutoCappu /
Profi AC

 

cappuWer seine S- Serie oder E- Serie vom normalen Dampfrohr auf AC (AutoCappucinatore), EAC (Easy Auto Cppucinatore) bzw. PAC (Profi-AutoCappucinatore) umrüsten will, muss beachten, dass diese deutlich länger als die serienmäßig installierten Aufschäumer bauen. Das Gewinde am Dampfrohr passt zwar, aber bei Anbau insbesondere des PAC passt dann kaum noch eine Tasse darunter. Also muss ein kürzeres Dampfrohr her (Ersatzteil- Bestelladressen siehe oben, z.B. für ca. 7,95 im Online-Shop bei www.gradert.de). Zur Montage muss die Front der Maschine abgebaut werden. Der Anbau erklärt sich dann eigentlich von selbst. Die Dampfrohre von E- und S- Serie sind ausserdem verschieden, so dass in jedem Fall das passende Rohr bestellt werden muss. Bei Gradert gibt es auch eine ausgezeichnete Zusammenstellung, was zum Umbau bestellt werden muss (unter http://cappu.gradert.de).

Die neueren Juras haben alle das "Jura Connector- System". Daran sind die Cappus einfach durch Aufstecken zu wechseln. Wer also schon so ein Connector- System hat,der hat es einfacher, einen anderen Cappu an die Maschine zu bringen. Wer das noch nicht hat, muss folglich die Anschlüsse hestellen (sprich: Dampfrohre tauschen), um den Effekt zu erzielen. Auf der Seite cappu.gradert.de wird für alle Maschinen das dazu notwendige passende Zubehör aufgelistet.

Eine Anleitung mit Details zum Umbau auf den EAC / PAC findest Du unter “Eigene Doks”.

Und noch mal zum Anbau eines PAC an eine E- Serie- Maschine:
Barbara schrieb im Forum my-jura.de dazu: " Meine E40 läuft seit 2 Jahren mit einem PAC absolut störungsfrei und macht den besten Milchschaum, der herzustellen ist. Meinen Quirl habe ich schon lange verschenkt. Regler sollte zwischen 12 und 1 Uhr auf der Skala des PAC stehen, kurz vordampfen und los geht es, tassenweise.
Und nun zur Installation: Entweder neues Dampfrohr besorgen (dann muss die Maschine aufgemacht werden) oder altes Rohr absägen, neues Feingewinde einscheiden (M6x0,5; passendes Gewindeschneideisen z.Bsp. von www.gw-werkzeuge.de ), aufdrehen und fertig. Das Absägen ist notwendig, weil mit dem PAC der Schnorchel so weit nach unten kommt, dass keine Tasse sinnvoll daruntergestellt werden kann. Präzise schneidest Du 25 mm nach der Krümmung ab, dann ist genug Platz für das Gewinde und es geht fast jede Tasse darunter. Und wer kein Gewinde schneiden kann: Vielleicht klappt es mit der Nachbarin ;-)))

Wer es jetzt noch detaillierter und genauer wissen will, liest im entsprechenden Thread im Forum nach. Da stehen auch Tips zum Einstellen des PAC.

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Thermoblock,
Heizpatronen

heizpatroneDer Austausch des Thermoblocks im Wasserkreislauf der S- Serie ist in einem der oben angeführten Doks beschrieben. Hinweise zum Thermoblock findest Du auf dieser Seite auch unter “Entkalken”.

Messen am Thermoblock, um einen Defekt festzustellen:
Die Heizpatrone der E- Serie und die Heizungen der S-Serie sollten in einwandfreiem Zustand einen Widerstand von 43 - 47 Ohm haben. Liegt ein Kurzschluss oder deutlich niedrigerer Wert vor, ist die Heizpatrone defekt. Die Messung kann mit einem Widerstandsmessgerät (Multimeter, Ohmmeter) bei abgezogenen Zuleitungen direkt an der Heizpatrone erfolgen.
Rechnet man die Leistung aus, die über dem Heizwiderstand verbraten wird, kommt man bei 45 Ohm auf ca. 1,2 kW. Und das passt auch so.

Thermofühler / Thermostat: Die Temperaturfühler an den Heizelementen sind bei der E- und S- Serie gleich und sollten etwa 12,5 kOhm Widerstand bei 20°C liefern. Bei 44°C an der Heizpatrone einer E55 habe ich in der Aufheizphase etwa 4,5 kOhm gemessen.

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Encoder

Positioniert die Brühgruppe falsch und alles scheint durcheinander zu sein, kann es am Encoder liegen. Dieser ist als separates Bauteil auf der Motorachse aufgesteckt und wird durch eine Klammer gehalten. Der Encoder gibt der Logik Signale, die diese zählt und daraus die Brühgruppenposition berechnet. Stillstand und Abwürgen des Motors in den Endlagen werden dadurch ebenso erkannt wie mangelnde Bohnen. Sind keine mehr da, fährt die Brühgruppe dann zu weit zusammen, weil in der Brühkammer nichts drin ist. Der Encoder ist somit so etwas wie der Wegstreckenzähler in der Maschine. Ist er defekt, weiss das gute Teil nicht mehr wo es ist. Ist der Encoder kaputt, half bislang nur ein Austausch.

Interessant ist deshalb der Tipp von Horst Gress, der durch Tausch der Encoder- Einzelteile Erfolg mit einer Reparatur hatte. Er schrieb mir: "Ich habe schon öfter im Forum von Fehlern des Encoders gelesen und nun hat´s mich auch selbst erwischt. Der Encoder funktionierte im kalten Zustand einwandfrei, aber je wärmer er wurde, desto schlimmer wurden die Fehler. Die Brühgruppe blieb an der falschen Stelle stehen. Dann blinkten alle LEDs und.....nichts ging mehr. Aber ich habe den Fehler gefunden. Schuld waren die Infrarot (IR) -Sendedioden im Encoder. Sie verlieren an Leistung und schalten die IR- Empfänger nicht mehr richtig. Die IR- Sendedioden sitzen auf der Unterseite der Encoderplatine. Neue Dioden gibt es bei Conrad-Elektronik. Dazu bestellt man wie folgt:IR-EMITTER, SIDE IRL81A/Q68000-A8000 ; Conrad Art.-Nr. 153692 ; Preis: 1 Euro

Damit funktionierte mein Encoder wieder einwandfrei. Ist vielleicht eine Anregung, diesen Tip auf Deiner Webseite zu übernehmen."

Aber klar doch! Und vielen Dank für den Tipp, Horst!

Kaufhilfe Jura

Beim Neukauf einer Jura scheinen immer wieder “Vollautomaten- Novizen” den Sprüchen der Verkäufer wenig Vertrauen entgegen zu bringen. Ich habe deshalb mal versucht, etwas Licht in die verschiedenen Typenreihen zu bringen. So ganz zufrieden bin ich noch nicht damit, aber seht es erst mal als einen Anfang an. Wie immer gilt: Wer etwas beizutragen hat, wendet sich an mich und ich arbeite die Vorschläge mit ein.

Stand

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04.01.2005

Download “Kaufhilfe Jura” (35k)

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